Auch für den Worst Case gewappnet - Bauschäden und Pleite des Bauunternehmers

Beim Bau eines Eigenheims drohen einige Widrigkeiten, die hohe Kosten verursachen und den Zeitplan gehörig durcheinander wirbeln können. Bauschäden etwa erfordern oftmals teure Nachbesserungen. Der Worst Case aber tritt ein, wenn der Baupartner während der Bauphase in die Insolvenz schlittert. 


So können sich Bauherren für beide Eventualitäten wappnen:


1. Bauschäden


Bei Streitigkeiten am Bau, insbesondere nach der Bauabnahme aufgrund von Bauschäden sollte der Bauherr Fakten auf den Tisch legen können. Sie sollten optimalerweise durch einen Bausachverständigen im Rahmen eines Bauschadensgutachtens dokumentiert werden: 

  • Wie gravierend ist der Schaden? 
  • Müssen Sofortmaßnahmen zur Eindämmung vorgenommen werden? 
  • Welche Folgeschäden können auftreten? 
  • Besteht eine Gefahr für Sicherheit und Gesundheit? 
  • Durch welchen Mangel ist der Schaden entstanden und wer ist für diesen Mangel und dessen Beseitigung verantwortlich? 
  • Mit welchen Kosten muss man rechnen und wer muss sie tragen? 
Der Experte besichtigt den Schaden und klärt den Bauherrn über das Ausmaß auf. Gegebenenfalls nennt er auch schon notwendige Sofortmaßnahmen, um weitere Schäden zu verhindern. Der Schaden wird eindeutig beschrieben, fotografiert und dokumentiert. "Damit hat der Bauherr eine fundierte Verhandlungsbasis mit dem Schadensverursacher", so Florian Haas, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V. 

2. Insolvenz des Baupartners


Wenn der Baupartner während der Bauphase in finanzielle Schieflage gerät oder sogar pleite geht, hat dies gravierende Konsequenzen: Unfertige Bauten, ohne Gegenleistung bezahlte Raten und die Fertigstellung durch einen Nachunternehmer bedeuten immense Kosten, die nicht einkalkuliert sind. Da der Gesetzgeber Bauherren für einen solchen Fall nur unzureichend schützt, sollte man bereits im Vorfeld selbst für größtmögliche Sicherheit sorgen. "Bei der Suche nach dem Baupartner kann man die Spreu vom Weizen trennen, etwa durch das Einholen einer Bonitätsauskunft", so Haas. Zudem müsse darauf geachtet werden, dass der Zahlungsplan keine Vorleistungen des Auftraggebers vorsehe: "Diese sind regelmäßig durch den Bauunternehmer zu bringen und nach Ausführung durch den Auftragnehmer gemäß Zahlungsplan zu begleichen." Sind noch nicht erbrachte Leistungen dagegen zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits bezahlt, sieht es für den Bauherrn schlecht aus. Diese Gelder bekommt man vom Insolvenzverwalter kaum zurück. Bauherren können zudem eine Fertigstellungsbürgschaft oder -versicherung im Bauvertrag vereinbaren. Sie garantiert im Falle des Ausfalls des Bauunternehmers die vollständige Fertigstellung des Bauvorhabens.


Vereinbarung zwischen Bauherr und Baupartner

Für einen angemessenen Ausgleich zwischen Bauherr und Auftragnehmer hat der Gesetzgeber etwa den Paragraphen 632a im BGB geschaffen. Der Baupartner kann demnach Abschlagszahlungen nach Baufortschritt vom Bauherren verlangen. "Mit dem ersten Abschlag hat der Bauherr aber auch gegenüber dem Auftragnehmer Anspruch auf eine Sicherheit für die rechtzeitige Herstellung des Werkes ohne wesentliche Mängel", so Florian Haas von der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V. Der Bauherr kann beispielsweise die fälligen Abschlagszahlungen bis zur Höhe der gesetzlichen Sicherheitsleistung einbehalten. Diese reicht bei einer Insolvenz des Auftragnehmers jedoch meistens nicht aus, deshalb sollte man eine Baufertigstellungsversicherung vereinbaren.

Unter www.finanzierungsschutz.de gibt es weitere Informationen.


Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/Corbis