Pflanzenpflege: Schnittmaßnahmen für unterschiedliche Zwecke

Vom Obstbaum über die Hecke bis zum Ziergehölz - ein Schnittwerkzeug gehört zur Standardausrüstung für Hobbygärtner und Besitzer von Grünflächen, denn es gibt immer etwas zu stutzen und zu schneiden. In den meisten Fällen verfahren Hobbygärtner nach dem Motto "Hauptsache kurz". Doch diese Radikalmethode führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. Wie unterschiedlich die Anforderungen der Pflanzen sind, lässt sich am Beispiel von Obstbaum und Ziergehölz gut erklären.


Obstbäume: Die Baumpflege dem Fachmann überlassen


Ein Obstbaum soll möglichst viel Ertrag liefern. Dafür gibt es mittlerweile spezielle Züchtungen, so dass bei den meisten Sorten mit großen und vielen Früchten gerechnet werden kann. "Der Baum an sich hat diesen Entwicklungsschritt aber oft verpasst", meint beispielsweise Manuel Schuster von der Gütegemeinschaft Baumpflege. Er sei dem Gewicht der Früchte im wahrsten Sinne nicht gewachsen, die Äste würden unter der schweren Last abbrechen. Durch eine sinnvolle Schnittführung kann man der Krone genügend Stabilität zu verleihen. Zudem sollte genügend Licht auf die inneren Blätter fallen. Besonders bei älteren Obstbäumen, die nicht regelmäßig geschnitten wurden, entstehen schirmartige Kronen, die weiter unten liegende Äste zu sehr beschatten. Wer über Jahrzehnte hinweg schmackhafte Äpfel, Birnen oder Kirschen ernten möchte, sollte die Baumpflege am besten einem Fachmann überlassen.


Bei Ziergehölzen steht die Ästhetik im Vordergrund


Bei Ziergehölzen geht es vor allem um die Ästhetik. Haselnuss, Schneeball oder Flieder dienen als optischer Blickfang und bieten Sichtschutz. Im Laufe der Zeit werden diese Pflanzen jedoch immer höher und breiter, während sie im Inneren verkahlen. Auch hier müssen regelmäßige Schnittmaßnahmen durchgeführt werden, um die ursprüngliche Pracht der Sträucher und Gehölze zu erhalten. Dabei sollte man jedoch nicht in den natürlichen Wuchs eingreifen. "Die Kunst liegt darin, so zu schneiden, dass man die ursprüngliche Form nicht verändert", meint Pflegeexperte Manuel Schuster. Auf diese Weise könnten beispielsweise Haselnusssträucher über 100 Jahre alt werden, ohne ihr Erscheinungsbild zu verändern.



Richtiger Standort - schöner Wuchs


Für Manuel Schuster, zertifizierter Baumpfleger aus Dülmen, ist das oberste Ziel bei der Pflege von Ziergehölzen, ihren artgerechten Wuchs beizubehalten. Schnittmaßnahmen führt er daher nur behutsam durch. "Die Blutpflaume zum Beispiel reagiert äußerst sensibel und treibt nach einem Rückschnitt sehr stark aus." Für ein prächtiges Erscheinungsbild ist seiner Meinung nach vor allem der optimale Standort maßgeblich: "Dann kann man sogar ganz auf den Schnitt verzichten." Weitere Informationen zum Thema Baumpflege gibt es unter www.ral-baumpflege.de.


Foto: djd/RAL Gütegemeinschaft Baumpflege e.V.