Hausbau: Die Übergabe der Dokumente sollte man schon im Bauvertrag regeln

Moderne Wohnhäuser sind technisch komplexer geworden. Umso wichtiger ist es, Informationen und entsprechende Unterlagen darüber zu besitzen, was im Haus verbaut ist. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass solche Unterlagen bei der Übergabe eines Hauses an den Bauherren vollständig übergeben werden. Doch leider sieht die Realität anders aus. Das beweist eine Studie, in der der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zusammen mit dem Institut für Bauforschung e.V. (IFB) 100 Bau- und Leistungsbeschreibungen unter die Lupe genommen hat.


Förderziel verfehlt, weil Unterlagen fehlen


Ein Ergebnis der Studie: Nicht eine der untersuchten Bau- und Leistungsbeschreibungen entsprach durchgängig den Mindestanforderungen im Bereich "Abnahmen und technische Nachweise". Im Wesentlichen vollständig waren zwei, in 85 Fällen gab es gar keine oder mangelhafte Angaben dazu. Für den Hausbesitzer kann das unangenehme Folgen haben. So ist es ohne erforderliche Nachweise schwierig zu belegen, dass Energiestandards erreicht wurden, die die Voraussetzung für die Gewährung von Fördergeldern waren. Schlimmstenfalls kann der Förderungsgeber sein Geld zurückverlangen. Auch Gewährleistungsansprüche durchzusetzen, kann ohne entsprechende Unterlagen schwierig sein.


Unabhängige Vertragsprüfung gibt Sicherheit


"Bauherren sollten in jedem Fall vollständige Nachweise verlangen und die Übergabe auch bereits im Bauvertrag fest vereinbaren", rät Florian Becker vom BSB. Für den Bauherren sei es allerdings oft schwierig, genau zu wissen, welche Unterlagen er verlangen kann und muss, denn diese würden auch vom Gebäude und der geplanten Technik abhängen. "Im Zweifelsfall ist es empfehlenswert, einen unabhängigen Bauherrenberater mit der Prüfung des Vertrags zu beauftragen. Er kann beurteilen, welche Unterlagen und Nachweise auf jeden Fall verlangt und vertraglich festgelegt werden sollten", rät Becker. 



Technische Nachweise: Das sollte man mindestens fordern


Die Übergabe folgender Unterlagen bei der Schlussabnahme sollten Bauherren im Bauvertrag vertraglich festlegen: 

  • alle notwendigen Bescheinigungen gemäß Landesbauordnung
  • Nachweise der Betriebsfähigkeit der Elektroanlage, des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage und der Einregulierung der Lüftungsanlage
  • Luftdichtheitsnachweise
  • Energiebedarfsausweis
  • Schornsteinfegerabnahmeprotokoll
  • Nachweis der Schlusseinmessung
  • Garantieurkunden und Bedienungsanleitungen zur Haustechnik.