Flachdach: Es gibt verschiedene Varianten, entscheidend ist die Dämmung

Der Bauhausstil, der Anfang des letzten Jahrhunderts entstand, hat das Bauen grundlegend verändert. Das typische Flachdach ist seitdem ein Synonym für modernes Bauen. Aber nicht nur die Ästhetik war Grund für diese Entwicklung. Für den Verzicht auf das Steildach gab es auch ganz praktische Gründe. Da knapp 30 Prozent der Raumwärme über die Dachfläche verloren gehen, sollte man diese so weit wie möglich verkleinern. Heute werden Flachdächer zunehmend auch als Dachterrasse oder als Gründach genutzt, sie sorgen damit für Lebensqualität und positive Klimawirkungen.


Beim Flachdach gibt es drei Ausführungsvarianten:


  • Das Warmdach
    Beim Warmdach liegt die Dichtungsebene über der Dämmung. Somit ist die gesamte Konstruktion trocken, da das Regenwasser oberhalb der Abdichtung abgeleitet wird.


  • Das Kaltdach
    Beim Kaltdach ist über der Dämmung und unter der Dichtungsebene eine Hinterlüftung angeordnet: Sollten doch einmal kleine Undichtigkeiten auftreten, kann die Feuchtigkeit auf diese Weise aus der Dämmebene herausgelüftet werden.


  • Das Umkehrdach
    Beim Umkehrdach schließlich liegt die Dichtung "umgekehrt" unter der Dämmung, das hat zwei Vorteile. Die Dachabdichtung wird zum einen in Bezug auf mechanische Beanspruchungen - etwa beim Begehen des Dachs - entlastet, zudem ist sie den sonst üblichen Frost-Hitze-Temperaturschwankungen nicht mehr ausgesetzt. Auf diese Weise verlängert sich die Lebensdauer des Flachdachs erheblich, weil die empfindlichen Abdichtungsbahnen dauerhaft geschützt unter der Dämmung liegen.

Die Dämmung muss beim Umkehrdach Feuchtigkeit, Nässe und hohe Temperaturschwankungen "wegstecken" können. Für diesen Einsatzbereich haben sich daher analog zur Bodenplattendämmung wasserresistente und druckstabile Dämmplatten aus Extruderschaum (XPS) bewährt und durchgesetzt. Unter www.xps-waermedaemmung.de gibt es viele weitere Informationen zu diesem Material. Für die Abdichtung selbst kommen entweder Dachbahnen auf Kunststoff-, Kautschuk- beziehungsweise Bitumenbasis oder aber flüssige Abdichtungsmassen etwa aus Acryl oder Epoxidharz, kombiniert mit Glasfasergewebe, zum Einsatz.



Das Flachdach als Dachterrasse nutzen


Der obere Abschluss eines Flachdachs muss den Unterbau aus Dämmung und Dichtung nicht nur vor Regen, sondern auch vor Windsog und den UV-Strahlen der Sonne schützen. Eine Kiesschüttung oder eine Dachbegrünung kann dies. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil des Flachdachs gegenüber dem Steildach: Man kann das begrünte Flachdach auch als Dachterrasse nutzen.

Tipp
Weitere Informationen zum Thema Dach finden Sie unter www.zbo.de/dach.html


Foto: djd/FPX Fachvereinigung