Bedeutung der Heizungsmodernisierung sowie Heizungssysteme im Überblick

Laut deutscher Bundesregierung entfallen rund 90 Prozent des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten auf Heizung und Warmwasser. Gerade dort besteht durch eine Heizungsmodernisierung erhebliches Einsparpotenzial. Wird zum Beispiel eine alte Ölheizung gegen ein modernes Brennwertgerät ersetzt, resultieren Einsparungen von ca. 15 Prozent. Brennwertkessel und viele andere moderne Heizsysteme leisten demzufolge einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und werden über die Kampagne Deutschland macht’s effizient seit Mitte Mai 2016 gefördert. Dabei handelt es sich um eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die bis 2020 eine Fördersumme von 17 Milliarden Euro für einen Heizungswechsel und andere Sanierungsmaßnahmen beinhaltet. Ein Grund mehr für Bauherren und Immobilieneigentümer sich mit dem Thema Heizungsmodernisierung auseinanderzusetzen.


Was bringt eine Heizungsmodernisierung?


Jede dritte Heizung in Deutschland ist nach Angabe des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft mehr als 20 Jahre alt und damit längst nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik. Im Endergebnis müssen Bauherren beim Einsatz alter Heizungen - zum Beispiel einer Ölheizung- mit Energieverlusten von ca. 48 Prozent gegenüber Brennwertgeräten rechnen.

Brennwertheizungen haben deutlich höhere Wirkungsgrade. Denn sie nutzen die im Abgas enthaltende Kondensationswärme zur Beheizung. Dies geschieht über eine Abkühlung der Abgase im Hochleistungswärmetauscher. Bei vielen modernen Heizungsanlagen besteht mittlerweile sogar eine Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas. Dazu zählen unter anderem Pelletheizungen, Solaranlagen und Wärmepumpen. Sie überzeugen bei richtigem Einsatz und guter Dimensionierung mit guten Ökobilanzen, da sie Umweltwärme als Brennstoff nutzen.

Zudem erhalten modernisierungswillige Bauherren seit dem 01.04.2016 einen zusätzlichen Tilgungszuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Es handelt sich hierbei um eine Erweiterung des Förderprogramms “Energieeffizient Sanieren”. Unter dessen Nutzung sind Kreditvergaben in Höhe von 50.000 Euro möglich.


Was ist zu beachten?


Für Gebäude mit bestimmten baulichen Standards (Größe, Wärmeschutz) und anlagetechnischen Gegebenheiten (zum Beispiel keine Heizkörper, sondern Fußbodenheizung) erweist sich nicht jede Kombination von modernen Heizsystemen als vorteilhaft. So macht eine Solarthermie zum Beispiel nur bei einer großen Dachfläche und südlicher Dachausrichtung Sinn. Daher sollten Sie einen Energieberater beauftragen, der einen umfassenden an die individuelle Situation angepassten Sanierungsplan aufstellt. Hinzu kommen Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG), wonach neue Heizungsanlagen einen regenerativen Anteil von 15 Prozent an der Wärmeerzeugung haben müssen.



Welches System eignet sich für welches Gebäude?


Die Wärmepumpe


Eine Wärmepumpe arbeitet nur dann effizient, wenn niedrige Vorlauftemperaturen von maximal 35 Grad gegeben sind. Dieses Temperaturniveau ist in Kombination mit einer Fußboden- oder Wandheizung realisierbar. In Niedrigenergiehäusern wie dem EnEV-Neubau sind sogar Vorlauftemperaturen von 30 Grad realistisch. Daher eignet sich dieses Heizsystem zunächst eher weniger in Bestandsgebäuden bzw. unsanierten Altbauten. Dies liegt in der Regel an einer geringen Fassadendämmung. Wird ein Altbau ausreichend saniert, können Wärmepumpen auch dort eine gute Lösung darstellen. Der Primärenergiebedarf sinkt infolge einer professionellen Dämmung und des Austausches der Fenster und Türen um ca. 83 Prozent. Dadurch wird ein geringerer Wärmebedarf erzielt und der Einsatz der Wärmepumpe aufgrund des geringeren Stromverbrauchs zum Antrieb der Pumpe, wirtschaftlich sinnvoll.

Heizen mit Holz - Pelletheizungen


Pelletkessel eignen sich für den Neu- und Altbau. Häufig werden sie auch als Ersatz zur alten Ölheizung verbaut. Denn ursprünglich verwendete Öllager bieten ausreichend Platz und lassen sich mit wenig Aufwand zum Pelletlager umrüsten. Werden Pelletkessel über Förderschnecken vollautomatisch befüllt, genießen Bauherren einen hohen Komfort und können die Heizung weitestgehend sich selbst überlassen. Für Altbauten mit wenig Platz bieten sich auch kleinere Anlage wie zum Beispiel Pelletöfen an. Sie können direkt im Wohnraum aufgestellt werden. Wasserführende Pelletöfen versorgen zum einen den Raum mit behaglicher Wärme, nutzen aber den Großteil der erzeugten Wärmeenergie zur Beheizung des kompletten Hauses.

Blockheizkraftwerke


Mikro BHKWs werden vorzugsweise in Mehrfamilienhäusern ab 10 Wohneinheiten eingesetzt, da sie lediglich unter Vollauslastung effizient arbeiten. In Ein- und Zweifamilienhäusern können Nano BHKWs von 1-2 kW effizient sein. Die Größe und Dimensionierung ist hier sehr wichtig. Denn große BHKWs sind dazu in der Lage ganze Städte zu versorgen und im energieeffizienten Neubau eher weniger für Familienhäuser geeignet. Denn diese zeichnen sich durch einen niedrigen Energieverbrauch aus. Hinzu kommt, dass normale Einfamilienhäuser in den Sommermonaten einen sehr niedrigen Wärmebedarf haben und überwiegend nicht in Betrieb sind. Über ein ganzes Jahr werden dann nicht mehr als 1.500 bis 2.000 Stunden im Vollbetrieb erreicht. Ein BHKW für diese Gebäudetypen wird allerdings erst ab 5.000 Stunden wirtschaftlich interessant. Wird dieser Richtwert nicht erreicht, dominieren hohe Investitions- und Wartungskosten. Diese schmälern die eigentlich gewünschten Einsparungen, die mit der Heizungsmodernisierung erzielt werden sollen.

Solarthermie und Brennwertkessel


Bei einer anstehenden Heizungsmodernisierung können Solaranlagen mit anderen Heizsystemen wie Brennwert- oder Pelletkesseln kombiniert werden. In nahezu allen Wohnhäusern und Gebäuden ist die Installation einer Solaranlage möglich. Im Einfamilienhaus dient eine Solarthermie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Wer seinen Neubau mit einer Öl- oder Gastherme beheizen möchte, muss diese sogar mit einer Solaranlage kombinieren, um den Verpflichtungen der Energiesparverordnung (EnEV 2014) gerecht zu werden. Auch im Altbau setzen immer mehr Bauherren auf Kombinationslösungen. Denken Sie dabei an eine Schornsteinsanierung. Denn das bei der Brennwerttechnik entstehende Kondensat ist säurehaltig und erfordert ein beständiges Abgasrohr.


Weitere Informationen zur Heizungsmodernisierung und zu modernen Heizsystemen erhalten Sie auch auf www.kesselheld.de.