Neues von der KfW

Bauherren müssen sich auf einige Änderungen einstellen, wenn sie eine Förderung aus dem Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ in Anspruch nehmen wollen:

Ab 1. April 2016 gilt das modifizierte Programm „Energieeffizient Bauen“. Durch die Verschärfung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) war hier eine entsprechende Anpassung nötig geworden.

Das änderte sich hinsichtlich der baulichen Vorgaben

Häuser, die bisher unter der Bezeichnung KfW-Effizienzhaus 70 geführt wurden, wird es in den Förderrichtlinien nicht mehr geben. Die für sie gültigen Mindestwerte bilden nun gemäß der EnEV die Minimalanforderung für Neubauten, deshalb wird ihr Bau nicht mehr mit Bundesmitteln unterstützt. Eine KfW-Förderung ist nun für Häuser möglich, die den neuen Standards 55, 40 und 40 Plus entsprechen. Darüber, welche energetischen Anforderungen seit dem 1 Januar 2016 eingehalten werden müssen, informiert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf der Seite www.bmub.bund.de.

Die KfW hat die Anforderungen, die hinsichtlich des Energiebedarfs an ein Effizienzhaus gestellt werden, tabellarisch zusammengefasst:

KfW-Effizienzhaus
40 Plus
40
55
Qp in % QP REF
40
40
55
H'T in % H'T REF
55
55
70
zusätzliche Anforderungen
Plus Paket


                                                                                                                             (Quelle: Anlage zum Merkblatt Programm 153)

Die verwendeten Kürzel haben folgende Bedeutungen:
  •  QP steht für den Jahresprimärenergiebedarf.
  • QP REF ist der Jahresprimärenergiebedarf für ein das Referenzgebäude.
  • Mit H'T  ist der Transmissionswärmeverlust gemeint, also der Verlust der Wärme, die durch die Außenhülle des Hauses entweicht.
  • H'T REF bezeichnet den Transmissionswärmeverlust des Referenzgebäudes.
Ein Beispiel:
Ein KfW-Effizienzhaus 55 darf einen Jahresprimärenergiebedarf von bis zu 55 % des Bedarfs des Referenzhauses erreichen, aber 70 % von dessen Transmissionswärmeverlust.

Ganz besondere Anforderungen werden an ein KfW-Effizienzhaus 40 Plus gestellt:
Dieser Haustyp muss nicht nur die strengen energetischen Auflagen des Effizienzhauses 40 erfüllen, sondern darüber hinaus auch Energie selbst erzeugen und speichern können, sodass sie in der Lage sind, mit dieser selbst erzeugten Energie auszukommen.

Diese Neuerungen wirken sich für Bauherren positiv aus

Die KfW lässt die Bauherren mit dieser komplexen Thematik finanziell nicht allein, sondern unterstützt sie mit einem Zuschuss zu einer professionellen Baubegleitung. Sie dürfen nicht wirtschaftlich mit dem Bauvorhaben verbunden sein und sind aus der Expertenliste www.energie-effizienz-experten.de auszuwählen. Diese Förderung gehört zum Programm 431 und umfasst pro Vorhaben 50 % der Kosten oder höchstens 4.000 Euro.

Auch der Förderkredit kann jetzt stärker in Anspruch genommen werden: Er wurde verdoppelt und kann jetzt bis zu 100.000 Euro betragen. Außerdem ist nun eine Zinsbindung über 20 Jahre möglich.