Ameisen, die oft ungebetenen Gäste in Garten und Haus

Der Frühling ist da, die Temperaturen steigen, und schon zeigen sich die ersten Ameisen. Hier und da ein paar von ihnen stören nicht, aber spätestens, wenn sie sich zu Ameisenstraßen formieren und über die Terrasse oder durchs Haus wandern, hört für die meisten Menschen der Spaß auf.

Bau- und Gartenmärkte bieten Gifte an, die den Tieren den Garaus machen, aber ihr Einsatz sollte zugunsten des Natur- und Umweltschutzes vermieden werden. Alle Gifte dringen über kurz oder lang ins Erdreich und damit ins Grundwasser ein, wo sie die wertvollen Wasserressourcen kontaminieren. Sprays oder Gießchemikalien töten zudem nur diejenigen Tiere, die unmittelbar mit dem Gift in Berührung gekommen sind, nicht aber die Königin.


Das können Ameisen im Haus anrichten


Ameisen können nicht nur lästig sein, sondern auch Krankheitserreger weitergeben. Gehen sie beispielsweise über einen Kothaufen und kommen dann mit Lebensmitteln in Berührung, können sie diese so mit Kolibakterien verunreinigen. Deshalb sollten Lebensmittel, die mit Ameisen befallen sind, vernichtet und nicht mehr verzehrt werden. Die Tiere bevorzugen dabei vor allem eiweiß- und zuckerhaltige Nahrungsmittel.
Es erscheint kurios, kann aber sehr gefährlich werden: In zahlreichen Fällen haben Ameisen Kabelbrände ausgelöst, indem sie in Elektrogeräte gekrabbelt sind.


Woran ist ein Ameisenbefall zu erkennen?


Das mag banal wirken, und jeder glaubt, die Antworten zu kennen: an Ameisenstraßen und Erd- oder Sandhäufchen im Freien. Doch das sind nur zwei von mehreren möglichen Anhaltspunkten: 

  • Holzameisen lassen sich gern in verbautem Holz und Isoliermaterial nieder. Darum sollte auf Holz- oder Silikonkrümel geachtet werden, um eine Ausweitung des Befalls zu verhindern.

  • Wenn sich an Pflanzen Blatt- oder Schildläuse befinden, ist ebenfalls Vorsorge zu treffen: Ameisen fressen gern deren süßliche Ausscheidungen, die auch als Honigtau bekannt sind. Deshalb „melken“ sie die Läuse nicht nur, sondern beschützen sie auch vor Nützlingen wie Florfliegen oder Marienkäfern. Sofern an diesen Pflanzen noch keine Ameisen zu sehen sind, wird ihr Auftauchen durch die Läuse zumindest begünstigt.

  • Gehen Kübel- oder Topfpflanzen ein, obwohl sie regelmäßig gegossen und gedüngt werden? Ein Ameisennest im Pflanzbehälter kann hierfür die Ursache sein: Die Insekten verhindern durch den Bau ihrer Gänge den Kontakt zwischen dem Erdreich und den Pflanzenwurzeln, sodass die Pflanze weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen kann.


Wie geht man gegen Ameisenbefall vor?


  • Es genügt meistens, wenn Ameisen von ihrer Route abgelenkt werden. Dazu eignen sich Markierungen aus Kreide oder Gips: Wenn sie einige Zentimeter breit sind, werden sie nicht mehr von Ameisen überquert.

  • Auch ätherische Düfte wie z. B. Thymianöl oder –zweige, Essig, gemahlener Zimt oder Wacholder helfen gegen Ameisen: Sie irritieren den Orientierungssinn der Insekten, sodass sie sich gut dorthin umlenken lassen, wo sie niemanden mehr stören.

  • Viele greifen zur Ameisenköderdose: Sie enthält Gift, das von den Tieren in den Bau geschleppt und auch von der Königin verzehrt wird. So geht die ganze Population zugrunde.

Diese Tipps eignen sich sowohl für die Anwendung im Haus als auch im Garten; speziell beim Einsatz von Düften innerhalb des Hauses ist entscheidend, ob diese nicht zu aufdringlich für die Bewohner sind.

Abends gilt: Licht aus! Ameisen sind tagaktive Tiere. Deshalb wenden sie sich der nächsten Lichtquelle wie beispielsweise einem beleuchteten Fenster zu.

Wenn dies alles zu lange dauert, hilft eine rabiatere, aber schnelle Lösung: Da Ameisen Süßes lieben, können sie mit Zuckerwasser angelockt und dann mit dem Staubsauger eingesammelt werden.