Heizen mit Eis - Die Eisheizung

Sobald Wasser gefriert, führt dies automatisch zur Freisetzung von Energie. Genau diese Energie - so fand man erst vor wenigen Jahren heraus - lässt sich effektiv zum Heizen nutzen. Das mag kontrovers klingen, ist aber grundsätzlich eine sehr geniale Idee, denn bei der Eisheizung wird fast dasselbe Prinzip genutzt wie bei einem Kühlschrank - nur umgekehrt. Für Hausbesitzer ist die moderne Eisheizung daher in jedem Fall eine Überlegung wert, denn sie arbeitet nicht nur leistungsstark, sondern auch noch energie- und geldsparend.


Die Eisheizung - was ist das genau und was benötigt man dafür?


Eine Eisheizung setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: 
  • dem Eisspeicher
  • dem Solarkollektor
  • dem Warmwasserspeicher und 
  • der Wärmepumpe. 
Für ein Einfamilienhaus müssen etwa 13.000 bis 18.000 Euro für die Anschaffung eingeplant werden. Das klingt zunächst nach viel Geld, bringt jedoch langfristig ein enormes Einsparpotenzial gegenüber Heizkesseln mit fossilen Brennstoffen mit sich. Pro Monat belaufen sich die Kosten hinterher meist nur noch auf rund 25 Euro.


Die Funktionsweise der Eisheizung:


Wasser kann Wärme speichern. Sobald man es erwärmt, bleibt die Wärme so lange im Wasser gespeichert, bis es abkühlt. Die Energie wird infolge dessen wieder an die Umgebung abgegeben. Genau hier wird sie abgefangen und stattdessen zum Heizen genutzt. Dem Wasser wird die Wärme so lange entzogen, bis es den Gefrierpunkt erreicht. Wichtig ist hier jedoch, dass der Kühlprozess künstlich beendet wird, weil das Wasser im Moment des Gefrierens nicht mehr dazu imstande ist, weiter Energie herzustellen. Die Energie erhält das Wasser aus Erdwärme, der Luft oder auch durch Solarenergie. Letztere kommt am häufigsten bei der Eisheizung zum Einsatz und gilt somit als besonders effektiv.


Benötigt man eine Genehmigung für die Installation der Eisheizung?


Bei der Eisheizung wird das Wasser in speziellen unterirdischen Tanks gelagert. Diese befinden sich häufig unter Fertiggaragen. Weil das Grundwasser nicht durch die Nutzung der Anlage gefährdet ist, benötigt man auch keine Genehmigung für ihren Betrieb. Die Solaranlage kann die Wärme der Sonne aufnehmen und diese Energie dann anschließend an den Wasserspeicher abgeben. Scheint die Sonne lang und in hoher Intensität, entsteht des Öfteren übermäßig viel Wärme, welche nicht sofort zum Heizen gebraucht wird. Sie wird in den Wassertank des Eisspeichers umgeleitet und verbleibt dort, bis sie genutzt wird. 


Welche Vorteile und Nachteile bietet eine Eisheizung?


Grundsätzlich gilt die Eisheizung als sehr umweltschonend, da lediglich Grabungen für das Einsetzen der Tanks in die Erde erforderlich sind, nicht aber Bohrungen. Darüber hinaus benötigt man keine Frostschutzmittel. 
Manche Eisheizungssysteme lassen sich sogar für einen zweiten Zweck nutzen: Als Zisterne, um Regenwasser darin zu speichern. 

Ein Nachteil ist jedoch, dass die Wärmepumpen der Eisheizung recht viel Energie benötigen. Auch ist eine Solaranlage erforderlich, um die Wärme "einzufangen" - dieser Punkt kann schnell mal an einer zu kleinen Dachfläche scheitern. Darüber hinaus kann das gefrorene Wasser nur durch die Energie, welche von den Solarkollektoren erzeugt wurde, geschmolzen werden. 
Ein Beispiel: Regt es einen ganzen Sommer lang, ist nicht sichergestellt, dass die Wärmeleistung der Eisheizung den ganzen Winter über ausreicht. 

Vergleicht man die Eisheizung mit einer Erdwärmepumpe, so bietet sie ihr gegenüber den großen Vorteil, dass weder kostspielige Brunnenbauarbeiten noch bürokratische Abläufe nötig sind, um die Eisheizung legal zu betreiben. Der Eisspeicher selbst besteht in der Regel aus Beton und ist für das Grundwasser völlig ungefährlich, da das Heizungssystem völlig in sich geschlossen ist. Die Kosten müssen übrigens nicht immer vom Hausbesitzer allein getragen werden, da es sich hier natürlich um die Nutzung erneuerbarer Energien handelt. Es lohnt sich also, sich nach Möglichkeiten zur finanziellen Förderung des Projekts zu erkundigen. 


Für wen eignet sich die Eisheizung?


Bei größeren Gebäuden, wie Hotels oder anderen gewerblich genutzten Immobilien, ist die Eisheizung ganz sicher eine gute Alternative zu anderen Heizungssystemen. Allerdings ist bislang fraglich, ob sich die Technologie auch für Einfamilienhäuser in der normalen Größe eignet. Die Vorteile sind klar und auch das System selbst ist durchdacht und richtungsweisend. Darüber hinaus kann der Eisspeicher, welcher in verschiedenen Größen erhältlich ist, nicht nur gewerblich, sondern auch privat betrieben werden. In den meisten Fällen amortisieren sich die Kosten für die Eisheizung binnen 10 Jahren. Wer also selbst über eine Anschaffung nachdenkt, sollte sich Gedanken über die Rentabilität am eigenen Haus machen. 

Weitere Informationen über Heizungen finden Sie unter www.heizungssysteme.org.