Sofortfinanzierung bei der Bausparkasse kann teuer werden

Aktuell nutzen immer mehr Verbraucher die Chance, mittels der günstigen Hypothekenzinsen eine Immobilienfinanzierung durchzuführen. Neben dem Annuitätendarlehen wird häufiger auch ein Bausparvertrag in die Finanzierung mit eingebunden.


Doch was passiert, wenn der angesparte Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif ist?

Für diesem Fall bieten zahlreiche Bausparkassen mittlerweile die Möglichkeit an, mit einer sogenannten Sofortfinanzierung eine umgehende Finanzierung durchführen zu können. Der Schnellkredit der Bausparkasse kann allerdings auch zur Kostenfalle werden, denn es kommt sehr auf die einzelnen Konditionen der Bausparkasse an.


Hintergründe zur Sofortfinanzierung der Bausparkasse


Bei der Bauspar-Sofortfinanzierung gibt es in der Praxis verschiedene Modelle. Die am häufigsten genutzt Variante besteht darin, dass der Bausparer umgehend einen Kredit seitens der Bausparkasse erhält und hier zunächst einmal lediglich die Darlehenszinsen zahlt. Parallel wird weiterhin in den bereits vorhandenen Bausparvertrag eingezahlt. Nachdem der Vertrag zuteilungsreif geworden ist, kann damit eine teilweise Tilgung des Darlehens vorgenommen werden. Die offene Restsumme wird anschließend wie ein ganz normales Immobiliendarlehen getilgt. Ein anderes Modell besteht darin, eine höhere Kreditsumme aufzunehmen, als eigentlich benötigt wird. Mit diesem „Überschuss“ findet dann eine hohe Einzahlung in den Bausparvertrag statt, was letztendlich die Zuteilungsreife beschleunigt. Darüber hinaus gibt es noch ein drittes Modell, bei dem ein Darlehen mit mehreren Bausparverträgen kombiniert wird. Dabei geschieht dies jeweils um einige Jahre versetzt, sodass nach und nach ein Bausparvertrag zuteilungsreif werden kann.


Vor- und Nachteile der Sofortfinanzierung durch die Bausparkasse?


Bevor man sich für die Sofortfinanzierung über die Bausparkasse entscheidet, sollten sowohl die Vorteile als auch die Nachteile bekannt sein. 

Zu den Vorteilen, die mit dem schnellen Geld von der Bausparkasse verbunden sein können, gehören insbesondere:

  • niedrige und kontinuierlich identische Raten
  • Zinsen über einen langen Zeitraum festgelegt
  • günstige Kreditzinsen können mitunter schlechten Guthabenzins ausgleichen


Neben den Vorteilen gibt es allerdings einige Nachteile, die bei einer schnellen Finanzierung durch die Bausparkasse auftreten können. 
So besteht ein häufiges Problem darin, dass der zuteilungsreife Bausparvertrag später meistens nicht ausreicht, um den kompletten Kredit zu tilgen. Da häufig nur ein kleinerer Teil der offenen Darlehensschuld getätigt werden kann, dauert es mitunter viele Jahre und sogar Jahrzehnte, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt wurde. 
Ein weiterer häufig auftretende Nachteil besteht darin, dass insbesondere in den ersten Jahren keine Sondertilgungen zugelassen werden. Daraus ergibt sich, dass bei einer geplanten vorzeitigen Beendigung des Vertrages oftmals eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung berechnet wird. 


Annuitätendarlehen häufig die bessere Variante


Zahlreiche Experten sind sich einig darüber, dass auch in der jetzigen Niedrigzinssituation das klassische Annuitätendarlehen häufiger die sinnvollere Variante als die Schnellfinanzierung über die Bausparkasse ist. Dennoch kommt es stets auf den Einzelfall an, sodass es durchaus Fälle gibt, in denen die Sofortfinanzierung der Bausparkasse in der Summe günstiger als ein Annuitätendarlehen ist. Daher ist Verbraucher anzuraten, stets einen Vergleich zwischen den Angeboten durchzuführen und besonders Annuitätendarlehen und Sofortfinanzierung über die Bausparkasse gründlich zu analysieren. Mitunter kann es sogar sinnvoller sein, sich einen Rat einzuholen, beispielsweise bei der Verbraucherzentrale.

Viele nützliche Informationen über die Baufinanzierung sowie Vergleichsrechner finden Sie auf der Website www.baufinanzierungsberatung.com