Damit der Hausbau nicht zur Kostenfalle wird


Den Traum vom eigenen Haus hegen viele Menschen. Doch schnell landen die Bauherren in einer Kostenfalle aufgrund von Baumängeln, die schon im Vorfeld hätten verhindert werden können. Da wird bei der Bausubstanz gepfuscht, Termine nicht eingehalten und am Ende entsteht eine große Liste mit Baumängeln, von denen die meisten, wenn nicht gar alle hätten verhindert werden können.


Baumängel frühzeitig vermeiden


Beim Baupfusch handelt es sich schon längst nicht mehr um Einzelfälle in Deutschland. Der Verband privater Bauherren bekommt 45.000 Streitfälle pro Jahr gemeldet. Dabei geht es um Schnitt um 42.000 Euro. Somit sind hier allein 1,5 Milliarden Euro erfasst und das pro Jahr! Die Gründe dafür liegen meist bei einer schlechten Planung, einer fehlenden Baubetreuung durch einen Fachmann und der Suche nach dem stets besten Preis, ohne dabei auf Qualität zu achten. Daher bleiben die Bauherren in den meisten Fällen auf ungeahnten Kosten sitzen. Es ist ratsam mehr Zeit in die Planung und Vorsorge zu investieren, bevor der Bau beginnt. Das setzt eine fundierte Beratung voraus und dann erst sollte der Grundstein gelegt werden. 


Vorsorge ist besser als Nachsorge


„Geiz ist geil“, natürlich auch beim Hausbau. Wir wollen möglichst viel für wenig Geld bekommen, doch Qualität hatte schon immer ihren Preis. Im Vorfeld alles doppelt und dreifach zu prüfen bzw. prüfen zu lassen, erspart einem am Ende den großen Ärger vor Gericht. Die Grundlage bildet der Bauvertrag, welcher noch vor der Unterzeichnung von einem Sachverständigen geprüft werden sollte. Stehen dort konkrete Termine zum Baubeginn und der Fertigstellung drin? Wie verhält es sich mit Baumängeln und wer übernimmt diese? Eine Versicherung hierfür gibt es nur bedingt, sie lässt aber die wesentlichen Punkte aus. Wenn die Unterschrift erst einmal getrocknet ist, kommt man rechtlich nur noch schwer gegen solche Streitigkeiten an. Deshalb im Vorfeld den Fachmann alles prüfen lassen.
Ansonsten verzögern sich womöglich die Termine, es gibt haltlose Ausreden statt Taten, und wenn die Planung schon mangelhaft war, wird es auch so in die Praxis umgesetzt. Wichtige Aspekte wie die Wärmedämmung und Energieeinsparungen werden halbherzig berücksichtigt usw. 
Daher nicht nur einen Preisvergleich zum Hausbau machen und dann den günstigsten Anbieter auswählen, sondern mehr in die Tiefe gehen. Schließlich soll hier ein Haus mit Substanz gebaut werden, die sich noch an die Kinder und Enkelkinder vererben lässt!


Darauf muss geachtet werden


Bevor überhaupt ein Bauvertrag abgeschlossen wird, erkennt man die Qualität einer Firma schon an der Beratung. Wie umfangreich diese ausfällt und wie kompetent auf alle Fragen geantwortet wird, gibt Aufschluss über deren Kompetenz. Auch kritische Fragen zu Baumängeln und wer dafür im Zweifelsfall aufkommt, sollten durch entsprechendes Fachwissen Antworten erhalten. Wo viel Geld im Spiel ist, darf man nicht nur nach dem günstigsten Preis entscheiden.
Ein immer sinnvoller Schritt besteht darin, die Planung des Bauvorhabens und dessen Umsetzung von einem Fachmann begleiten zu lassen. Eine firmenunabhängige Person mit Fachwissen hilft dabei Baufehler zu vermeiden und dient gleichzeitig als Zeuge, sollte Pfusch am Bau betrieben werden. Schritt für Schritt geht man dann die Bauphasen durch, angefangen bei der Auswahl geeigneter Materialien, bis hin zur Entscheidung über die Elektro- und Wasserinstallation. Baumängel entstehen oft nur deshalb, weil die Bauherren nicht alle wichtigen Details und Vorschriften kennen, wie alles am Ende umgesetzt sein sollte. Daher ist so eine Baubegleitung durch den Fachmann sehr zu empfehlen.


Die häufigsten Baumängel


Bei einem Neubau hat sich in den letzten Jahren eine Rangliste der beliebtesten Baumängel herauskristallisiert. In den meisten Fällen beginnt dies schon im Keller, der nicht fachgerecht gebaut wurde, auf dem aber das gesamte restliche Haus ruht. Mangelhafte Wärmedämmung steht auf dem zweiten Platz und dadurch entstehen hohe Energiekosten. Fehlerhafte Außenwände lassen Wasser und Feuchtigkeit eindringen, es kommt zur Schimmelbildung. Ähnlich sieht es auf dem Dach aus und bei jedem dritten Haus stimmt etwas mit der Haustechnik nicht. So erklären sich dann die im Durchschnitt 42.000 Euro pro Streitfall vor Gericht.