Hausbau nach EnEV 2016

Bereits seit Mai 2014 gilt in Deutschland die neue Energieeinsparverordnung.
Ziel der Verschärfung gegenüber der EnEV 2009 ist die Umsetzung des von der Europäischen Union geforderten Niedrigstenergiegebäudes.
Konkret bedeutet dies für den Hausbau und die Sanierung, dass eine noch effizientere Heizungstechnik und mehr Dämmung vonnöten ist.

Da vielen Bauinteressenten noch nicht klar ist, inwieweit die Umsetzung der EnEV für ihr geplantes Bauprojekt gilt, klären wir hierzu nochmals auf:


Das Ziel der EU-Richtlinie für Gebäude von 2010


Die europäische Richtlinie für energieeffiziente Gebäude gilt bereits seit Juli 2010. Sie verlangt von allen EU-Mitgliedsstaaten den Niedrigstenergiestandard für Neubauten. Der Energiebedarf für einen privaten Neubau muss ab 2021 ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Das Haus der Zukunft wird also seinen ohnehin geringen Bedarf an Energie aus Solaranlagen, Biogasanlagen, Holzheizungen oder Wärmepumpen gewinnen.


Dies ändert sich ab 01.01.2016


Um das hochgesteckte Ziel zu erreichen, wurden mit Einführung der EnEV 2014 die bestehenden Vorgaben aus der EnEV 2009 verschärft.
Für ein neu zu errichtendes Haus muss der Primärenergiebedarf für die Anlagentechnik um 25 % sinken, während der Wärmeschutz der Bauhülle um 20 % steigen muss.
Um dies umzusetzen, sind für einen Neubau eine noch effizientere Anlagentechnik zur Beheizung, Warmwasseraufbereitung, Be-und Entlüftung notwendig. Zudem muss die Gebäudehülle (Außenwände, Fenster, Dach) noch stärker gedämmt werden. 
Ganz konkret lässt sich das alles daran messen, dass ein Standardneubau ab 01.01.2016 die Vorgaben erfüllen muss, die bislang für ein KfW-Effizienzhaus-70 gelten.


Welche Bauvorhaben betroffen sind


Die Vorgaben treffen auf alle Neubauvorhaben zu, für die ab 01. Januar 2016 ein Bauantrag oder eine Bauanzeige bei der Baubehörde eingereicht wird. Sofern es sich um ein genehmigungsfreies Bauvorhaben handelt, ist der Baubeginn ausschlaggebend. 

Reicht der Bauherr seinen Bauantrag bzw. die Bauanzeige noch bis Ende 2015 bei der Baubehörde ein, muss der Neubau noch nicht die Vorgaben der EnEV 2014 erfüllen. Hier gelten demzufolge die Vorgaben im Sinne der EnEV 2009.


Interessant ist dieser Aspekt:
Wer bis zum Jahresende einen Bauantrag einreicht, würde für einen Neubau, dessen Energiebedarf sich nach der EnEV 2014 richtet, noch eine Förderung durch die KfW erhalten. Es handelt sich nämlich dann um ein KfW-70-Haus.
Siehe auch kfw-70-haus-jetzt-bauen.html