Kalziumsilikatplatten zur Innenraumsanierung

Kalziumsilikatplatten (wahlweise auch Calciumsilikatplatten) werden bei der Altbausanierung immer mehr genutzt. Das hat mehrere Gründe. Zwar hinken die Dämmwerte der Platten hinter denen anderer Dämmmaterialien zurück, doch vor allem in Sachen Schimmelbekämpfung und Schimmelvorbeugung gibt es kaum etwas Besseres.

Die Innenraumdämmung wird von vielen Bauherren und Sanierern mit Skepsis gesehen, denn durch die Dämmung kann die Feuchtigkeit nicht so einfach entweichen und die Schimmelbildung wird so positiv beeinflusst. Daher hat die Innenraumdämmung oftmals nur durchgeführt, wenn sie gesetzlich verordnet wurde. Die Kalziumsilikatplatten wirken diesen negativen Eigenschaften der Innenraumdämmung entgegen und finden daher immer mehr Freunde.


Vor- und Nachteile von Kalziumsilikatplatten


Kalziumsilikatplatten haben gegenüber anderen Platten den Nachteil, dass sie auf Grund ihrer Herstellung relativ teuer sind. So kostet der Quadratmeter je nach Hersteller zwischen 25 und 80 Euro. Der Grund für den hohen Preis ist in der Verarbeitung und in den Eigenschaften zu suchen, die Kalziumsilikatplatten auszeichnen.

Die Vorteile liegen vor allem in den Eigenschaften, denn während normale Dämmung sehr schnell zu Schimmel führen kann, weil die Raumfeuchtigkeit nicht mehr ausreichend entweichen kann, sorgen Kalziumsilikatplatten dafür, dass Feuchtigkeit und Schimmel keine Chance haben. Das wird durch die Verarbeitung und Oberflächenbeschaffenheit der Platten erreicht. Feuchtigkeit kann hier sehr gut an die Raumluft abgeführt und reguliert werden, wodurch dem Schimmel die Nahrung entzogen wird. Hierfür ist auch der hohe pH-Wert verantwortlich, der durch die Silikate erzeugt wird. Ein weiterer Vorteil liegt darin begründet, dass die Platten ohne Probleme entsorgt werden können.

Leider sind die Dämmwerte nicht sehr hoch. Hier spielen vollwertige Dämmmaterialien gegenüber den Kalziumsilikatplatten ihre Stärken aus. Die Wärmeleitfähigkeit liegt nur bei etwa 0,05 bis 0,06 W/(mK). Ein weiterer positiver Vorteil der Platten ist ein gesundes Raumklima, welches durch die natürlichen Materialien ermöglicht wird. Aus diesem Grund wird das ökologische Material auch „Klimaplatte“ genannt.


Wann sich für Kalziumsilikatplatten als Dämmmaterial anbieten


Es gibt einige Gründe die für das Verbauen von Kalziumsilikatplatten sprechen. Der bedeutendste Grund ist die Schimmelbekämpfung. Wenn Feuchtigkeit nicht ausreichend entweichen kann und sich Kondenswasser an den Wänden bildet, dann findet der Schimmelpilz hier beste Bedingungen vor, sich auszubreiten und uns das Leben schwer zu machen.
Auch bei Schimmelbefall sind diese Platten ein gutes Mittel, diesen zu bekämpfen. Nachdem der Schimmel komplett entfernt wurde (zum Beispiel durch ein Schimmel-EX Konzentrat oder bei starkem Schimmelbefall die komplette Entfernung des befallenen Wandputzes), können Klimaplatten verbaut werden und somit eine erneute Bildung des Schimmels vermieden werden. Zudem sind die Platten sehr einfach zu verlegen, sodass es auch Laien ohne Probleme verstehen, die Platten fachgerecht zu verlegen. Kalziumsilikatplatten können auch verbaut werden, wenn die Dämmwerte nicht so hoch sein müssen. Da hier bei normaler Dämmung das Problem der Schimmelbildung wieder auftreten könnte, sind hier die Kalziumsilikatplatten genau richtig.
Auch in Altbauten oder historisch geschützten Gebäuden, wo eine Innendämmung nicht möglich ist, bietet es sich an auf die Silikatplatten zurückzugreifen.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet hat sich durch den Einbau neuer Fenster und Türen ergeben. Das Problem beim Einbau von neuen Fenstern und Türen ist, dass die Feuchtigkeit durch die sehr dichte Laibung nicht mehr entweichen kann. Um der Kondenswasserbildung entgegen wirken zu können, sollte hier eine spezielle Laibendämmung aus Kalziumsilikat zum Einsatz kommen.


So werden die Kalziumsilikatplatten verbaut:


Die Dämmung mit Kalziumsilikatplatten kann von jedem Laien durchgeführt werden. Hierzu sind mehrere Schritte notwendig.

1. Die Vorbereitung des Untergrundes
Die Vorbereitung des Untergrundes ist sehr wichtig. Tapeten, Spachtelmasse und Putzreste müssen komplett entfernt werden. Wenn nötig muss der Untergrund ausgeglichen werden. Danach erfolgt eine Desinfizierung durch Schimmel-EX. Die Desinfizierung muss komplett einwirken, weshalb man mit der Grundierung des Untergrundes erst 24 Stunden später ausführen sollte. Auch nach der Grundierung sollte man mindestens 4-6 Stunden warten und diese einwirken lassen.


2. Montage der Kalziumsilikatplatten
Im zweiten Schritt wird auf die vorbereitete Wand spezieller Kleber aufgetragen und die Platten können auf die Wand aufgeklebt werden. Nun sollte man wiederum einen Tag warten und erst dann mit dem nächsten Schritt fortfahren.


3. Die Wandgestaltung
Nachdem die Platten sitzen und verfugt sind, sollte man mit der Wandgestaltung beginnen. Wichtig ist es hierbei, dass man bei den verwendeten Tapeten oder Farben darauf achtet, dass diese diffusionsoffene. Hier sollte man im Fachmarkt nachfragen. Auch bei Anstrichen ist darauf zu achten, dass man Silikatfarbe oder einen Mineralputz verwendet. Als Tapete sollten auch hier nur Glasvlies oder Glasfasertapten verwendet werden, da diese diffusionsoffen sind. Nicht geeignet sind typische Raufaser- oder Vliestapeten, da diese diffusionsgeschlossen sind.


Weiterführende Informationen, sowie günstige Kalziumsilikatplatten und eine ausführliche Verarbeitungsanleitung sind zu finden unter: www.klimaplatten-shop.de/kalziumsilikatplatten/