Nachbarschaft auf Balkon, Terrasse und im Garten

Wenn die Sonne vom Himmel lacht, haben die Menschen unterschiedliche Gewohnheiten:
Der eine möchte auf seiner Sonnenliege ein Nickerchen machen, der Nachbar gegenüber seinen Rasen mähen und ein anderer gleich eine Party veranstalten. Immer häufiger kommt es im Sommer zwischen den Nachbarn zum Streit. Muss man das Feiern, Grillen und Dekorieren des Nachbarn immer klaglos hinnehmen? 

Die wichtigsten Regeln stellen wir Ihnen heute einmal vor:

Rasenmäher


Rasenmäher können sehr laut werden. Hobbygärtner nutzen das Wochenende gern dafür, um den Rasen zu mähen. Allerdings ist das mit lauten Geräten nicht erlaubt. Erlaubt ist es von Montag bis Freitag zwischen 08.00 Uhr und 20.00 Uhr sowie an Samstagen von 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Von Montag bis Freitag dürfen Rasenmäher und andere laute Geräte möglichst gemäß der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung nicht zwischen 13 und 15 Uhr zum Einsatz kommen.

Markise oder einen Sichtschutz für den Balkon?


Hier sollte man sich vorsichtshalber die Erlaubnis vom Vermieter holen, denn bauliche Veränderungen sind nicht immer gestattet.

Party

Die Terrasse oder den Balkon dürfen Mieter für ihre geselligen Stunden nutzen, jedoch ist auch hier auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Ab 22.00 Uhr muss die Nachtruhe eingehalten werden.

Grillen


Wenn im Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse nicht ausdrücklich verboten ist, gelegentlich gegrillt werden. Allerdings gilt dies unter dem Vorbehalt, dass die Nachbarn dadurch nicht belästigt werden. Es ist sinnvoll, die Nachbarn zu informieren. Dann können sie die Fenster schließen, damit die Gerüche nicht in seine Wohnräume gelangen. Man sollte den Grill zudem so stellen, dass die Dünste nicht in des Nachbarn Wohnung ziehen, Rauch und Ruß sollten weitestgehend vermieden werden. Unproblematisch ist auf dem Balkon das Grillen mit einem elektrischen Grill, hingegen hat ein Holzkohlegrill auf dem Balkon nichts zu suchen.

Rauchen 


Die Zeiten, in denen das Rauchen ein Grundrecht ist, sind vorbei. Gleichwohl das Rauchen in der Wohnung nicht verboten werden kann, hat der Nachbar ein Recht auf Gesundheit. Wichtig ist also, dass Raucher ihre Nachbarn nicht belästigen. Die Rechtsprechung unterscheidet hier zwischen einer wesentlichen und unwesentlichen Beeinträchtigung. Während eine gelegentliche Zigarette auf dem Balkon von den Nachbarn hingenommen werden muss, kann es bei regelmäßiger starker Belästigung durch Zigarettenqualm ärger geben. Das Rauchen ist sowohl auf dem Balkon als auch auf der Terrasse nicht verboten. Jedoch ist hier gegenseitige Rücksichtnahme angebracht.

Pflanzen


In der Regel dürfen Mieter ihren Balkon ganz nach Belieben gestalten. Wer in seinem Garten oder auf der Terrasse Pflanzen anlegt, sollte bedenken, dass Sträucher oder Äste nicht über das Nachbarsgrundstück ragen dürfen. Zudem dürfen Ihre Pflanzen nicht dem Nachbarn das Tageslicht wegnehmen.

Wenn es Ärger mit dem Nachbarn gibt


Egal, welche Unstimmigkeiten es auch gibt, versuchen Sie diese Probleme bitte immer direkt mit dem Nachbarn zu lösen. Wenn der Nachbar Sie ignoriert oder ein Gespräch mit ihm keine Lösung bringt, wenden Sie sich an Ihren Vermieter. Wenn der Vermieter auch nichts erreichen kann, kann man sich von dem örtlichen Mieterverein gebührenpflichtig beraten lassen.