Erbbaurecht: Vorteile und Nachteile der Erbpacht

Die Suche nach dem geeigneten und preiswerten Grundstück wird für viele Bauwillige zum Horror, denn oft sind geeignete Grundstücke nicht nur schwer zu finden sondern auch viel zu teuer. Gerade in Ballungsgebieten hat der Bauherr kaum die Chance, ein verhältnismäßig preiswertes Grundstück zu kaufen. Viele Bauvorhaben scheitern sogar am Preis für ein geeignetes Grundstück. Hier könnten Erbpachtgrundstücke eine preiswerte Alternative darstellen, doch derartige Grundstücke bieten nicht nur Vorteile. 

Beim Erbpachtbau pachtet der Bauherr für eine gewisse Zeit sein Grundstück. Dieser Zeitraum wird vertraglich fixiert. Der Erbbaunehmer ist dann Besitzer des Hauses, das Grundstück selbst bleibt jedoch weiterhin im Besitz des Erbpachtgebers. Hierdurch ändern sich jedoch die Rechtsverhältnisse für den Erbpachtgeber. Rechte und Pflichten beider Parteien sind im Erbbaurechtsgesetz festgelegt. 

Die Vorteile und Nachteile beim Erbbaurecht


Aus dem Erbbaurecht ergeben sich für den Erbbaunehmer und dem Erbbaugeber einige Vor- und Nachteile. Erbbaugeber sind oftmals Gemeinden, kirchliche Einrichtungen oder auch Unternehmensgruppen. Gerade kirchliche Einrichtungen oder Körperschaften des öffentlichen Rechts besitzen oftmals viel Bauland, welches sie dann verpachten. Durch die Verpachtung können die Erbbaugeber monatlich wiederkehrende und langfristige Einnahmen generieren.

Nachteil für die Erbbaugeber
Der große Nachteil für die Erbbaugeber liegt in der Tatsache, dass diese die verpachteten Grundstücke in der Vertragslaufzeit des Pachtvertrages nicht selber nutzen können. Auch Kündigungen sind nur schwer möglich. Das einzige Recht, was die Erbbaugeber haben ist die Möglichkeit, das Grundstück weiter zu verkaufen, wobei dann der Pachtvertrag nicht seine Gültigkeit verliert, sondern das Grundstück lediglich den Besitzer wechselt.

Nachteil für den Erbbaunehmer
Der große Nachteil für den Erbbaunehmer liegt in er Tatsache, dass mit ablaufen des Vertragsverhältnisses das Grundstück wieder in den Besitz des Erbbaugebers geht.

Vorteile für den Erbbaunehmer 
Die Vorteile für den Erbbaunehmer liegen auf der Hand. Da er nicht das komplette Grundstück kaufen muss, sondern für einen gewissen Zeitraum pachtet, liegen die Erwerbskosten für das Grundstück weit unter denen des Grundstückkaufs.

Erbbauzins
Der Erbbaunehmer muss den Erbbauzins an den Erbbaugeber in monatlichen Raten zahlen. Der Erbbauzins liegt bei circa 4 Prozent des Grundstückpreises.


Die Laufzeit im Erbbaurecht

Rechtlich sind keine Grenzen in Sachen Laufzeit beim Erbbaurecht fixiert worden. Das bedeutet, die Vertragslaufzeit kann frei festgelegt werden, liegt aber in der Regel bei 99 Jahren. Während der vereinbarten Vertragslaufzeit gibt es kein Kündigungsrecht des Erbbaugebers. Der Erbbaunehmer verfügt über die gesamte Laufzeit über ein uneingeschränktes Nutzungsrecht. Ausnahmen bilden lediglich finanzielle Probleme, also wenn der Erbbaunehmer den Erbbauzins mindestens 24 Monate nicht gezahlt hat oder wenn dieser das Grundstück verwahrlosen lässt. 
Hier greift dann die sogenannte Heimfallregelung. Mit ihr erlangt der Erbbaugeber sein Nutzungsrecht an dem Grundstück wieder. In diesem Fall fällt nicht nur das Grundstück an den Erbbaugeber sondern auch das darauf befindliche Haus. 
Der Erbbaugeber, der das Nutzungsrecht durch die Heimfallregelung wiedererlangt hat, muss den Hauseigentümer jedoch entschädigen. Die Entschädigungssumme beträgt dabei 70 Prozent des aktuellen Zeitwertes des Hauses. 
Es besteht für den Erbbaunehmer die Möglichkeit, sein Haus zu verkaufen. In diesem Fall geht der der Erbbaurechtsvertrag auf den neuen Hauseigentümer über. 

Ausführliche Informationen finden Sie auf www.abir.eu/immobilienrecht/erbbaurecht.html