Baukosten und Politik - darum steigen die Kosten am Bau

Bauen wird nicht nur gefühlt immer teurer, auch die realen Kosten für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Wohnung steigen ständig. 

Aber woran liegt das? 

Zunächst drängt sich der Verdacht auf, dass die Hausanbieter und Bauunternehmer maßlos geworden sind. Aber so ist es nicht. Eine Studie fand einen bisher Unverdächtigen als maßgeblichen Kostentreiber der Baupreise:  die Politik und deren Vorschriften zu Energie und Umweltschutz. Die Initiatoren der Studie „Kostentreiber für den Wohnungsbau“ sind eine Gemeinschaft aus Bau- und Immobilienverbänden und dem Deutschen Mieterbund. Der Herausgeber, die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, kommt in der Studie zu einem ernüchternden Ergebnis: Der Bau eines Einfamilienhaus kostet im Jahr 2014 mindestens 36 Prozent mehr als im Jahr 2000!

Baukosten stiegen fast identisch mit der Teuerungsrate

Ein Teil dieser Preissteigerung lässt sich mit der normalen Teuerungsrate und der Inflation erklären. So haben die reinen Kosten für Bautätigkeiten in diesem Zeitraum einen Anstieg um 27 % erfahren. Diese Baukosten sind z. B. die Materialkosten oder die Handwerkerrechnungen. Dies ist aber fast deckungsgleich mit der allgemeinen Preissteigerung der Verbraucherpreise von 25 % im Vergleichszeitraum.

Teilweise 45% Preisanstieg durch Vorgaben der Politik

Einer der Mitautoren der Studie, Timo Gniechwitz, zeigte sich sehr überrascht von dem Preisanstieg durch von der Politik vorgegebene Auflagen. 

Die Baupreise in die Höhe treiben die Ausbaukosten insbesondere im Bereich Energieeinsparung. Die in den letzten Jahren von der Politik beschlossenen Vorgaben bezüglich der energetischen Sanierung gehen direkt zulasten des Häuslebauers. Dies sind u. a. die neuen Grenzwerte der Heizungsanlage, die Vorschriften zur Fassadendämmung oder aber die Isolierung von Fenstern. Was im Zug der Energiewende beschlossen wurde, ist in manchen Punkten sogar bei Fachleuten bezüglich der Wirksamkeit umstritten und insbesondere bei der Fassadendämmung auch in vielen Fällen unrentabel. Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2014 steigen die Kosten für diesen Bereich auf über 45 % im Vergleich zum Jahr 2000.

Aber damit nicht genug, auch die Kommunen wälzen durch Änderungen in der lokalen Bauordnung immer mehr kostenbehaftete Pflichten auf die Bauherren ab. Dies liegt auch oft an der angespannten Finanzlage vieler Kommunen. Viele neue oder überarbeitete Vorgaben bezüglich Barrierefreiheit, Schutz vor Bränden und Naturgewalten oder die Anforderung von Gutachten bezüglich des Naturschutzes verteuern die Baukosten zusätzlich.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt sind auch die Änderungen im Steuerrecht, die sich negativ auf die Gesamtkosten des Bauvorhabens auswirken. Insbesondere die Bereiche Abschreibungen und Förderungen wurden hier grundlegend überarbeitet.