Maklerprovision

Ob Immobilienverkäufer oder Vermieter; Kaufinteressent oder Mietinteressent: In vielen bekommt man das Objekt der Begierde nur über einen Makler. Sie vermitteln Grundstücke, Mietwohnungen, Eigentumswohnung und Häuser. Immer wieder kommt es bezüglich der Maklerprovision zu Streitigkeiten.
Wir befassen uns heute einmal mit dem Fall einer mangelhaften oder fehlenden Widerrufsbelehrung bei einem Maklervertrag, der über das Internet abgeschlossen wurde. Daraus ergibt sich sowohl für den Makler als auch für dessen Auftraggeber eine Besonderheit, der offenbar wenig Beachtung geschenkt wird. 

Und zwar handelt es sich um den

Fernabsatzvertrag

Dienstleistungsverträge, zu denen auch Maklerverträge gehören, die via E-Mail oder durch eine Offerte im Internet ausgelöst werden, gelten als Fernabsatzvertrag. Wird mithilfe des Maklers das Objekt der Begierde erworben, wird der Makler eine Rechnung stellen. Er hat die Gelegenheit zum Abschluss des Vertrages nachgewiesen, aus der sich faktisch sein Vergütungsanspruch ergibt. 

Voraussetzung für den Anspruch auf eine Maklerprovision ist aber aber auch eine

Belehrung über das Widerrufsrecht

Viele Verbraucher kennen ihren Anspruch auf Widerruf eines Vertrages. Dennoch müssen sie darüber ausdrücklich belehrt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Vertrag per E-Mail oder im Internet abgeschlossen wurde. Faktisch ergibt sich daraus, dass die Widerrufsfrist nicht mehr 14 Tage, sondern 12 Monate mehr beträgt. Für den Makler hat das fatale Folgen, denn sein Maklerlohn ist damit verwirkt. Siehe auch (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.06.2014, Az: I-7 U 37/13). Selbst wenn ein Verbraucher die Maklerprovision schon zahlte, erhielte er diese zurück, sofern den Vertrag noch widerruft.
Für Verträge ab dem 12.06.2014 hat der Verbraucher bei fehlender Widerrufsbelehrung ein Widerrufsrecht von 12 Monaten und 14 Tagen.
Für Verträge ohne Widerrufsbelehrung vor dem 12.06.2014 gilt nach aktuellen Recht der 27. 06. 2015 als letzte Frist, um entsprechende Verträge zu widerrufen.

Form der Widerrufsbelehrung

Eine Widerrufsbelehrung muss in Textform vorliegen, inhaltlich korrekt und aktuell sein. Am besten wäre es für den Makler, wenn er die Musterwiderrufsbelehrung des Gesetzgebers nutzt.
Uns geht es hier nicht um eine Gebrauchsanweisung, wie Verbraucher ihren Makler um seinen Lohn bringen. Wir möchten an dieser Stelle jedoch verdeutlichen, wie wichtig ein korrektes Vertragsverhältnis auszusehen hat.

Weitere Informationen zum Immobilienrecht finden Sie auf www.abir.eu/immobilienrecht.html

Hinweis:
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