Heizkoerper oder Fussbodenheizung?

Wenn die Grundlagenplanung fürs Haus abgeschlossen ist, beraten wir unsere Bauherren zur Ausstattung des Hauses. Dabei geht es regelmäßig um die Frage, welches Wärmeverteilsystem zum Einsatz kommen soll. Dabei geht es in der Regel um die Entscheidung zwischen einer Fußbodenheizung oder Heizkörper.
Die Entscheidung scheint offensichtlich sehr schwer zu fallen und in vielen Fällen werden wir mit den unglaublichsten Halbwahrheiten konfrontiert. Ein Bauinteressent brachte uns auf die Idee, doch einfach mal im Internet zu veröffentlichen, was wir alle paar Tagen unseren Bauinteressenten erklären. Gute Idee, wie wir finden und hier nun unsere Ausführungen dazu:

Heizkörper

Unterhalb der Fenster installiert, heizen Sie durch die Erwärmung der Luft und das Abstrahlen der Wärme. Um dies zu gewährleisten, muss ein Heizkörper entsprechend warm werden, bei voller Leistung erreicht er durchaus 60 Grad. Die Größe eines Heizkörpers ergibt sich aus der Fläche des zu beheizenden Raumes. Die notwendigen Größen werden im Rahmen einer Wärmebedarfsberechnung.

Vorteile

Moderne Heizkörper sind preiswert, unkompliziert zu montieren und langlebig. Die Bedienung ist sehr einfach und auch die schnelle Beheizung eines Raumes ist möglich.

Nachteile

Da für den Betrieb der Heizkörper die Betriebstemperatur relativ hoch sein  muss, eignen sich Wärmepumpen oder Pelletheizungen als Wärmequelle nur bedingt. Zudem sind die Raumtemperaturen ungleichmäßig: Da warme Luft aufsteigt, ist es an der Decke am wärmsten, während es oberhalb des Fußbodens kalt bleibt. Im modernen Hausbau sind Heizkörper oft auch unpraktisch, weil sie Stellflächen benötigen, die anderweitig besser genutzt werden könnten. Ferner ist die Reinigung von Heizkörpern regelmäßig nötig, jedoch in vielen Fällen umständlich.


Fußbodenheizung

Bei Fußbodenheizungen handelt es sich um eine Flächenheizung. Man hat die Wahl zwischen elektrischer und warmwassergeführter Heizung. Wir beziehen uns hier jedoch in erster Linie auf die mit Warmwasser betriebene Fußbodenheizung, weil wir aus ökologischer und ökonomischer Sicht das Heizen mit Strom nicht empfehlen möchten.
Für die Fußbodenheizung bedarf es einem entsprechenden Fußbodenaufbau. Er besteht, ausgehend vom Rohfußboden, aus einer Dämmschicht, auf welcher dann die Heizschlangen verlegt werden, dem Heizestrich und dem Fußbodenbelag. 
TIPP
Bei einem Neubau empfiehlt es sich, die Fußbodenheizung auf eine niedrige Vorlauftemperatur auszulegen. Schließlich liegt es auf der Hand, dass eine Heizung, die eine niedrige Vorlauftemperatur vorhalten muss, effizienter und somit energiesparender betrieben werden kann.

Vorteile

Da die Fußbodenheizung die Wärme über der gesamten Fläche gleichmäßig abgibt, empfindet man die Raumtemperatur als sehr angenehm und oft sogar wärmer als sie eigentlich ist. Die Betriebskosten sind geringer als bei Heizkörpern, weil die Betriebstemperatur von Fußbodenheizung sehr viel geringer ist. Die Raumnutzung ist optimal, weil keine Stellflächen für Heizkörper benötigt werden. Unser Hauptargument ist jedoch, dass eine Fußbodenheizung mit verschiedenen Wärmequellen kombiniert werden kann. Wer zum Beispiel zunächst sein Haus mit einer Gasheizung ausstattete, kann nach einigen Jahren auf eine Wärmepumpe umsteigen. Dafür sollte beim Einbau schon darauf geachtet werden, dass die Fußbodenheizung von vornherein auf eine niedrige Vorlauftemperatur ausgelegt ist.

Nachteile

Der größte Nachteil von Fußbodenheizung ist deren Trägheit. Im Vergleich zu Heizkörpern dauert es relativ lange, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird. Hinsichtlich der Kosten für Anschaffung und Montage ist bei einem Neubau der Preisunterschied nicht mehr allzu groß, aber dennoch ist eine Fußbodenheizung etwas teurer. Die Kosten für den nachträglichen Einbau sind verhältnismäßig hoch. Zu bedenken ist, dass bei nachträglichem Einbau einer Fußbodenheizung die Raumhöhe um ca. 5 cm sinkt, was der Einbauhöhe der Fußbodenheizung entspricht.

Fazit:

Beim Neubau ist die Fußbodenheizung unabhängig von der Wärmequelle zu empfehlen. Sie ist kaum teurer als Heizkörper, dafür aber energieeffizienter und unsichtbar. Hauptsächlich punktet eine Fußbodenheizung aber aus ökologischer und ökonomischer Sicht: Während die Fußbodenheizung nur eine Vorlauftemperatur von 30 bis 35 Grad benötigt, muss sie bei zwischen 50 und 60 Grad betragen, wenn man vergleichbare Heizleistungen erzielen möchte.


Informatives über Heizungstechnik

Wenn Sie sich bei der Wahl Ihrer Heizung noch nicht sicher sind, finden Sie auf
hausbau-berater.de und heizungssysteme.org objektive Informationen!