Haus schluesselfertig bauen

Kaum ein Begriff sorgt für so große Missverständnisse, wie der Begriff „schlüsselfertig“. Er beschreibt ein Fertigstellungsstatus beim Hausbau und wird nur selten wörtlich genommen. 
Man sollte eigentlich davon ausgehen, dass beim schlüsselfertigen Haus keine Restarbeiten mehr anfallen. Demnach würden also auch die Malerarbeiten, Bodenbeläge und eigentlich auch die Hausanschlüsse im Leistungsumfang enthalten sein müssen. Diese Leistungen erbringen noch einige Bauträger und nennen diese Ausbaustufe dann „bezugsfertig“.

Was wurde aus schlüsselfertig?

In der Praxis beschreibt schlüsselfertig maximal ein Haus ohne Malerarbeiten und Bodenbeläge. Dabei gehören die Hausanschlusskosten genauso wenig zum Leistungsumfang, wie die Außenanlagen. Bei den Hausanschlüssen ist die Argumentation der Hausanbieter jedoch plausibel:
Die Kosten für den Anschluss der Versorgungs- und Entsorgungsleitungen (Strom, Wasser, Abwasser, Gas) variieren je nach Versorger sehr stark und sind vom Bauherrn schnell erfragt. Dass man die Malerarbeiten und Bodenbeläge nicht mehr im Hauspreis inkludiert resultiert aus der Tatsache, dass 90 Prozent der Bauherrn diese Leistungen ohnehin selbst übernehmen wollen.
Wer also gleich nach der Hausübergabe den Möbelwagen bestellen will, sollte sich ein bezugsfertiges Haus kaufen.

Schlüsselfertig  bauen zum Festpreis

Die Überschrift lasen wir kürzlich auf einer Baubeschreibung, die uns ein Bauinteressent zur Prüfung überreichte. Sie bestand aus 1,5 Seiten und hatte folgende Aussagekraft: „Wir bauen ein Haus.“ 
Die Baubeschreibung beschrieb ein Haus ohne Fliesen, Innentüren und Sanitärobjekte als schlüsselfertig. Da darf man sich die Frage stellen, was dann ein Ausbauhaus ist. Man könnte meinen, dass der Begriff „schlüsselfertig“ mittlerweile so verschwommen ist, dass man auch einen Rohbau als schlüsselfertig bezeichnet, wenn die Hauseingangstür mit einem Schloss ausgestattet ist. 

Daraus ergab sich für unseren Bauinteressenten eine wichtige Erkenntnis:

Wer an „Schlüsselfertig zum Festpreis“ glaubt, wird bei der Hausübergabe eines besseren belehrt, wenn er sich nur auf diese drei Wörter verlassen hat. Wir machten deutlich, dass die vom Hausanbieter geschuldete Bauleistung in einer Bau- und Leistungsbeschreibung definiert wird. 

Wie auch immer der Hausanbieter seine Ausbaustufe nennt:
Die Baubeschreibung allein gibt Auskunft über die tatsächlich bestellten Leistungen. Diese werden dann zu einem Pauschalpreis ausgeführt, für den eine Festpreisklausel vereinbart werden kann. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf www.schluesselfertig.info