Wie fest ist ein Festpreis?

Durch die zurzeit vorherrschenden Niedrigzinsen, gepaart mit günstigen Baupreisen, beziehen immer mehr Menschen einen Hausbau in ihre Zukunftsplanung mit ein. Um bei den Kosten keine böse Überraschung erleben zu müssen, wird dann in der Regel ein fester Preis vereinbart. 

Bedeutet „Bauen mit Festpreisgarantie“ auch Kostensicherheit?

Festpreisgarantie ist zunächst einfach die Bezeichnung für einen vertraglich festgelegten Preis. Aber wie wir es schon vom Kauf eines Möbelstücks kennen, sind viele Variationen möglich und diese werden in einem Kaufvertrag festgelegt. So kann der Vertrag die Lieferung mit einschließen oder gar die Aufstellung, oder es wurde eine Selbstabholung vereinbart. Festpreis kann also alles Mögliche bedeuten und ist kein Begriff aus dem Handelsrecht des BGB, um eine bestimmte Leistung zu beschreiben. Damit ist die eingangs gestellte Frage in so weit beantwortet, dass ein Festpreis oder eine Festpreisgarantie nicht automatisch Kostensicherheit bedeutet und nur der Vertragsinhalt das Maß aller Dinge ist. Dies gilt auch für andere Wortschöpfungen wie, „Schlüsselfertig“, „all inclusive“ oder „Komplettpreis“. Die Bezeichnung „Pauschalpreis“ wäre eigentlich die bessere Wahl, da sie zumindest vermuten lässt, dass Eventualitäten, Unvorhersehbarkeiten und vor allen Dingen Sonderwünsche nicht berücksichtigt sind.

Vertragliche Kostensicherheit

Häuser kommen nicht vom Fließband und können nicht wie eine Waschmaschine direkt in Betrieb genommen werden. Selbst ein Fertighaus kann erst an Ort und Stelle auf ein vorbereitetes Fundament oder eine Bodenplatte zusammengebaut werden. Dies birgt eine Quelle vieler Fehler und Unwägbarkeiten. Insbesondere dann, wenn die Erd- und Betonarbeit, sowie die umfangreichen Anschlussarbeiten für Strom, Brauchwasser, Regenwasser und Abwasser von verschiedenen weiteren Unternehmen durchgeführt werden. Im Fall der Reklamation schiebt dann jeder dem anderen die Schuld zu.

Der Festpreisvertrag für ein Haus enthält zwar eine differenzierte Leistungsliste, aus der genau hervorgeht, welche Leistungen im Festpreis enthalten sind. Jedoch jene Leistungen, die nicht enthalten sind, werden meistens nicht erwähnt. Das größte Problem des Kaufvertrages ist somit nicht, was drin steht, sondern was nicht drin steht. Und der einzige der beiden Vertragspartner, der weiß was er tut, ist lediglich der Unternehmer, also der Lieferant. Denn in den sehr überwiegenden Fällen ist ein Bauinteressent oder Interessentin auf dem Gebiet ein Laie.

Aber es geht noch weiter. Pflasterarbeiten, Gartengestaltung, Zäune, Einfahrtstor, Bepflanzung, dies sind alles Themen, die ebenfalls dazu gehören und zeigen, dass das Gebäude selbst nur ein Teil des ganzen Projektes ist. Wie sind wetterbedingte Verzögerungen oder gar Schäden abgesichert? Was sind die Garantieleistungen wert, wenn der Lieferant z.B. in Insolvenz geht?

Fazit und Lösung

Um Kostensicherheit zu erreichen, ist zumindest eine Prüfung des Kaufvertrages, nachdem Sie sich eingehend mit dem Bauwesen beschäftigt haben, unumgänglich. Erdarbeiten, Fundament und Anschlüsse sollten zum Beispiel im Lieferumfang und somit in der Verantwortung des Lieferanten liegen. Besser wäre die Prüfung und Beratung durch einen Fachmann Ihres Vertrauens. Die Prüfung des Bauvertrags in die Hand eines versierten und unabhängigen Bauberater zu legen, ist letztendlich der sicherste Weg. 

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