Hausbau mit Eigenleistungen

Viele Bauherren packen bei der Verwirklichung ihres Traumhauses selber mit an. Denn Eigenleistungen ermöglichen dem Häuslebauer die Kosten zu senken. Damit diese Rechnung aber aufgeht, gibt es wichtige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. 


Einschätzung des eigenen Potentials


Im Vordergrund steht die Frage, wie viel Kraft und Zeit in die Eigenleistungen gesteckt werden kann. Dieses sollte kritisch begutachtet werden. Gemäß Expertenmeinungen können handwerklich geschickte Laien die Gesamtkosten um fünf bis zehn Prozent senken, wenn sie verschiedene Arbeiten selbst durchführen. Grundlage dafür sind die Löhne, die von Handwerksbetrieben für die gleiche Arbeit verlangt werden. 

Wenn diese Eigenleistungen des Bauherrn in den Finanzierungsplan mit einfließen, schauen die Kreditinstitute sehr genau hin. Sie wollen die geplanten Eigenleistungen detailliert dargelegt haben. Wenn es dabei um die Verlegung von Fliesen und Teppichböden geht, die Terrasse oder Außenanlage eingerichtet oder Estricharbeiten durchgeführt werden sollen, werden diese meist ohne weitere Nachfrage von den Banken akzeptiert.

Komplexere Aufgaben, wie beispielsweise die Installation einer Heizungsanlage werden eher kritisch gesehen. Der Zeitaspekt spielt bei den Eigenleistungen auch eine große Rolle.   


Zeitmanagement 


Die Bauherren sind nicht nur durch den Bau des Hauses stark beansprucht. Sie müssen auch den üblichen Arbeitsalltag bewältigen. Es bleibt in der Regel nur die Zeit nach Feierabend oder am Wochenende, um Eigenleistungen durchführen zu können.

Eine Studie der Allianz, die mit 1535 Bauherrn und Hauskäufern durchgeführt wurde zeigt deutlich im Ergebnis, dass 40 Prozent der Hauskäufer und 10 Prozent der Bauherren ihren Traum vom Haus ohne Eigenleistungen nicht hätten umsetzen können. Mehr als die Hälfte der Befragten verbrachten den Jahresurlaub auf der Baustelle und arbeiteten mehr als 200 Stunden in 25 Tagen. Sogar mehr als 1000 Stunden arbeiteten acht Prozent der Bauherren und 18 Prozent der Renovierer in ihrem neuen Eigentum. 


Kosten einsparen  durch Eigenleistung – Geht das Rechenexempel auf?


Zu den Favoriten an Eigenleistungen gehört ein neuer Anstrich, das Verlegen von Böden und der Aufbau sowie die Fertigstellung der Küche. Die bevorzugten Bereiche sind dabei das Badezimmer, das Wohnzimmer, die Küche und das Schlafzimmer. 

Viele Eigenleistungen, die durch den Bauherrn erbracht werden, unterliegen einer Fehleinschätzung im Bezug auf das Einsparpotential an Handwerkerkosten. Denn je höher sich der Zeitaufwand des Hauskäufers darstellte, desto höher waren die Kosten für die Dienstleistungen des Handwerkers. Bei 70 Prozent der Renovierer lagen die Kosten dafür bei bis zu 50.000 Euro, acht Prozent zahlten sogar 100.000 Euro und mehr.  

Wichtig ist, dass bereits bei der Angebotseinholung vom Bauunternehmen Eigenleistungen in Gutschriften nach Material- und Lohnkosten aufgeschlüsselt werden. Materialkosten  sind für den Bauherrn vielfach teurer, da er nicht von Mengenrabatten profitieren kann. Anhand dieser Zahlen und der einzukalkulierenden Zeit lässt sich feststellen, ob die Eigenleistungen sich tatsächlich rechnen. 

Weitere Informationen zum Thema Eigenleistungen


Übrigens:
Die Durchführung von Eigenleistungen birgt aber auch Gefahren. Denn Verletzungen sind vorprogrammiert. Gemäß der Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kommt es pro Jahr zu 310.000 Heimwerker-Unfällen. Schnitte, Stürze und Stichverletzungen treten dabei am häufigsten auf.