Pflicht für die Biotonne

Anhebung der Grundsteuer, Mindestlohn - zum Jahreswechsel kam auf die Bundesbürger eine Vielzahl Änderungen zu. Auch bei der Entsorgung von Biomüll gelten seit 1. Januar 2015 neue Regelungen. Ab dann besteht auf bundesweiter Ebene die Pflicht für die Biotonne. Künftig müssen Bioabfälle getrennt entsorgt werden. Diese Regelung wurde im Kreislaufwirtschaftsgesetz von 2012 festgesetzt. Wer keinen Komposthaufen zur Entsorgung seiner organischen Abfälle besitzt, muss eine Biotonne bereitstellen. 

Überwachung des Biomüll-Gesetzes

Bisher stellten 340 der rund 400 Stadtkreise und Landkreise ihren Bürgern Biotonnen zur Verfügung. Seit Jahresstart haben jetzt alle Bundesländer die Pflicht zur Einführung der Biotonne. Bis Ende 2014 mussten immer noch Millionen Bürger sehen, wo sie mit ihrem Bioabfall blieben. Bananenschalen, vergammelte Äpfel, Teebeutel und andere organische Haushaltsabfälle wurden bisher in Ermangelung eines Komposthaufens häufig im Hausmüll entsorgt. 
Damit ist seit 1. Januar 2015 endgültig Schluss. Die Entsorger der Kommunen sind für die Verteilung und Leerung der Biotonnen zuständig, die Länder haben die Pflicht, die Einhaltung des neuen Biomüll-Gesetzes zu überwachen und bei Zuwiderhandlungen Maßnahmen zu ergreifen. Unternehmen, die kompostierbare Beutel herstellen, freuen sich auf erfolgreiche Geschäfte und bieten Biomüllbeutel für eine leichtere Mülltrennung an. Inzwischen gibt es einen eigens gegründeten Verband zum Vertrieb von Ökomüllbeuteln. Das Absatzpotenzial von Bioabfallbeuteln in Deutschland wird auf 150 Millionen pro Jahr geschätzt. 

Bioabfälle haben einen hohen Nutzen  

Die Neuregelung soll nicht nur die private Biomüllentsorgung erleichtern, sondern auch auf anderen Ebenen einen hohen Nutzen bieten. Im Rahmen der Energiewende können organische Abfälle in Biogasanlagen zur Gewinnung von Energie und zur Verwertung von Biomasse eingesetzt werden. Dieses Vorgehen kann beispielsweise die negativen Auswirkungen durch Monokulturen von Mais mildern. Zudem lässt sich Biomüll als Düngemittel oder zur Verbesserung von Böden einsetzen. Die Bioabfallverwertung kann den Einsatz mineralischer Düngemittel oder Torf reduzieren, dient dem Klimaschutz und verhindert die Freisetzung von klimaschädlichem Methan, das bei der Biomülllagerung auf Deponien entsteht. 
Durch effektive Mülltrennung kann jeder Verbraucher einen wertvollen Beitrag zum Schutz des Erdballs leisten. Durch die Verwertung von Essens- oder Pflanzenresten entstehen vielfältige Möglichkeiten im Bereich Energiegewinnung.