Austauschpflichten für Heizungen und Öfen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) setzt in Deutschland auf Grundlage des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) die Anforderungen an die Gebäudetechnik im Hinblick auf die Effizienz fest und regelt auch die Austauschpflichten für Heizungen und Öfen. Die neuen Regelungen der EnEV 2014 beinhalten Erweiterungen für den Betrieb von Heizkesseln und Holzöfen.

Verschärfte Austauschpflicht für alte Gas- und Ölheizungen 

Im Zuge der Änderungen sind für Besitzer alter Heizungsanlagen neue Pflichten entstanden. Ab 1. Januar 2015 müssen alte Gas- und Ölheizungen, die vor dem 01.01.1985 installiert wurden, außer Betrieb genommen werden. Für Heizkessel, die erst nach 1985 erbaut wurden, muss der Austausch spätestens nach 30 Jahren erfolgen. Vor den Neuerungen der Energieeinsparverordnung galt die 30-Jahre-Frist lediglich für Gasheizungen und Ölheizungen, die vor 1978 in Betrieb gingen. Die Novelle der EnEV hat die Anforderungen an die Austauschpflichten noch einmal deutlich verschärft. Wer einen alten Heizkessel nicht ersetzt, muss mit einem Strafgeld für eine Ordnungswidrigkeit bis zu 50.000 Euro rechnen.

Ausnahme für besonders effiziente Brennwertkessel 

Nicht alle Heizungen sind von der Austauschpflicht betroffen. Besonders effiziente Brennwertkessel sowie Niedertemperaturheizkessel dürfen weiter in Betrieb bleiben. Die Neuerungen betreffen nur die ineffizient arbeitenden Konstanttemperaturheizkessel. Laut Energieeinsparverordnung sind auch Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses von der Austauschpflicht befreit, wenn mindestens eine Wohnung im Gebäude selbst genutzt wird. Die Ausnahmeregelung gilt allerdings nur für Immobilienbesitzer, die bereits zum 1. Februar 2002 eine Wohnung in ihrem Haus bewohnt haben. Auch elektrisch betriebene Nachtspeicheröfen dürfen bei der derzeitigen Lage weiterhin in Betrieb bleiben. Zwar wurde bereits 2009 ein Verbot von Nachtspeicherheizungen geplant, allerdings schon vor Eintritt der EnEV am 1. Mai 2014 wieder verworfen. 

Alte Holzöfen müssen weg

Auch Eigentümer alter Kaminöfen unterliegen der novellierten Energieeinsparverordnung und müssen bis zum 1. Januar 2015 aktiv werden. Bestimmte Holzöfen-Modelle, die vor 1975 eingebaut wurden und nicht den festgelegten Grenzwerten für den Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Ausstoß der Bundes-Immissionsschutzverordnung entsprechen, müssen ausgebaut werden. Die Verschärfungen gelten für Kamin- und Kachelöfen sowie Herde, die mit offenem Kamin betrieben werden. Besitzer älterer Kaminanlagen müssen ihre Holzöfen mit einem Partikelfilter versehen, wenn die Schadstoffgrenzwerte überschritten werden. Holzöfen, die vor dem 21. März 2010 errichtet wurden, dürfen weiter betrieben werden, sofern die Einhaltung der Grenzwerte durch den Hersteller oder durch eine Schornsteinfegermessung nachgewiesen wird. Für Kaminanlagen, die bis 1985 in Betrieb genommen wurden, endet die Galgenfrist zum Jahresende 2017.