Grunderwerbsteuer - Änderungen 2015

Der Besitz eines eigenen Hauses gehört seit jeher zu den größten Träumen der Menschheit. Doch Hausbau, Steuern und Nebenausgaben erzeugen hohe Kosten, die das Budget schmälern. Jetzt müssen Eigenheimbesitzer schon wieder tiefer in die Tasche greifen, denn 2015 ziehen in einigen Bundesländern die Preise für die Grunderwerbsteuer massiv an – allen voran Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Durchschnittlich stieg der Steuersatz in den letzten acht Jahren um 1,7 auf 5,2 Prozent. 

Deutschland führt die Preisskala an 

Im EU-Vergleich führt Deutschland die Preisskala für die Grunderwerbsteuer an. Die Steuerlast ist seit 2006 um fast 50 Prozent angehoben worden. In Dänemark zahlen Verbraucher lediglich 0,6 Prozent an Steuern auf den Immobilienwert. Die USA verlangen von ihren Steuerzahlern zwischen 0 und 2,5 Prozent Grunderwerbsteuer. Allerdings existieren in anderen Ländern auch andere Steuerformen: Bei Neubauten wird häufig Mehrwertsteuer erhoben, die Grunderwerbsteuer gilt oft nur für Immobilienbestanden.

In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und im Saarland wird die Grunderwerbsteuer ab 2015 auf 6,5 Prozent angehoben. Diese Bundesländer sind damit Spitzenreiter. 
In Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt müssen Immobilienbesitzer 5 Prozent Grunderwerbsteuer zahlen, während es in Bayern und Sachsen immerhin noch 3 Prozent sind.
(www.massivhaus.cn/steuer-hausbau-grunderwerb.html)

Einnahmen von fast 8,5 Milliarden Euro 

Marktanalysten weisen darauf hin, dass der rasante Anstieg der Grunderwerbsteuer auch mit dem Immobilien-Boom zu erklären ist. Aus dieser Entwicklung resultiere, dass viele Länderhaushalte benachteiligt werden. Das Steueraufkommen sei marktabhängig und kaum planbar. Die Einnahmen durch die Grunderwerbsteuer sind jährlich auf fast 8,5 Milliarden Euro gestiegen. Für die Bundesländer gehören diese Steuereinnahmen zu den wichtigsten im unabhängigen Steuerbereich, denn die Steuerhöhe können die Länder nach individuellen Vorstellungen selbst festlegen. Die Grunderwerbsteuer ist auch die einzige Steuerform, die eine Selbstbestimmung der Bundesländer erlaubt. Die Steuergelder nutzen die Bundesländer zur Sicherung ihrer Haushalte oder für neue Finanzierungsprogramme. Kein einziges Bundesland hat den Steuersatz gesenkt, sondern seit 2011 haben alle Länder die Grunderwerbsteuer erhöht.

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