Angemessene Temperaturen in der Mietwohnung

Vermieter sind verpflichtet, die Heizungsanlage in einem Mietshaus spätestens am 1. Oktober mit Beginn der Heizperiode zu starten. 
Die Heizpflicht beinhaltet hier auch die Gewährleistung einer Mindesttemperatur. 
Wurden im Mietvertrag keine weiteren Vereinbarungen getroffen, so dauert die Heizperiode in Deutschland vom 1. Oktober bis zum 30. April. Dies hat das Landgericht Wuppertal unlängst in einem Urteil festgelegt. Auch nachts haben Mieter ein Recht auf angemessene Wohnungstemperaturen, so die Richter des Landgerichts. 

Zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr morgens kann der Vermieter die Temperaturen zwar absenken, allerdings dürfen sie nicht unter 18 Grad fallen.

Temperaturen in den einzelnen Räumen 

Hinsichtlich der Mindesttemperaturen existierten bislang zahlreiche Gerichtsurteile. Die Gerichte erachten Mindesttemperaturen von 18 Grad am Tag jedoch durchweg als zu niedrig. Demnach müssen die Temperaturen tagsüber in der Zeit von 6:00 bis 23:00 Uhr zwischen 20 und 22 Grad betragen. Wohn- und Esszimmer sowie die Küche sollen mindestens 20 Grad warm sein, im Bad gehen die meisten Gerichte von 22 Grad aus, während in Schlafräumen und Eingangsbereichen Mindesttemperaturen von 18 Grad ausreichen. 
Gemäß des Urteils des Landgericht Wuppertal (LG), Az. 16 S 46/10 muss der Vermieter in den Wintermonaten dafür sorgen, dass die Temperaturen in der Wohnung auch nachts nicht niedriger als 18 Grad liegen. Die Heizungsanlage darf zudem nicht komplett ausgestellt werden.

Heizpflicht gilt das ganze Jahr 

In Anlehnung an das Urteil des Landgericht Wuppertal weist der Deutsche Mieterbund darauf hin, dass die Heizpflicht genau genommen das ganze Jahr gilt. Wenn die Außentemperaturen nach Ende der Heizperiode ungewöhnlich niedrig sind und die Wohnungstemperaturen mehr als zwei Tage unter 18 Grad sinken, muss der Vermieter für eine Heizmöglichkeit sorgen. Mieter haben das Recht, bei Nichteinhaltung der Heizpflicht und nach Aufforderung die Miete zu kürzen, da die Wohnung sich nicht einem vertraglich zugesicherten Zustand befindet. Kommt es während der vorgeschriebenen Heizperiode zu einem Totalausfall der Heizungsanlage oder werden die Räume aus anderen Gründen nicht warm, dürfen Mieter die Mietzahlungen gänzlich einstellen.